NKG-Männerchor, Großer Schulchor und Orchester des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums Mosbach konzertierten in der Stiftskirche

Mosbach. Geistliche Musik junger Chöre erklang am Sonntagnachmittag in der gut gefüllten Stiftskirche. Mit so vielen Besuchern hatten die Veranstalter, die Sängerinnen und Sänger der aktuellen und ehemaligen Chöre des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums, nicht gerechnet. Freudig überrascht, begrüßte Christof Roos im Namen aller die Gäste auf den Sitz- und auf den Stehplätzen.

Das kurzweilige Programm war bunt gemischt mit klassischen und modernen Stücken zum Lobpreis und zur Ehre Gottes. Mit dem lateinischen Satz „Alta Trinità Beata" (Hohe heilige Dreifaltigkeit) gelang dem Großen Chor unter Leitung von Sigrun Friedrich ein stilvoller Auftakt. Und dass „Kirchenmusik" nicht immer getragen und schwer sein muss, sondern durchaus fröhlich sein darf, zeigte bereits der zweite Liedvortrag: „Have you got religion?" (Bist Du religiös?), fragte der Solist Marc Selariu seinen Chor. Die Vielfältigkeit des Repertoires zeigte sich im weiteren Programmverlauf. Neben Spirituals begeisterte der Chor mit Liedern aus Pop und Klassik, begleitet am Klavier von Andi Homm und Ailis Hunt Haney.

Mit dem Konzert für Oboe und Orchester Nr. 1, HWV 301, von Georg Friedrich Händel schuf das von Cornelia Rau dirigierte Orchester den stilvollen Übergang vom „jungen" Chor zum Chor der ehemaligen NKG-Schüler.

Die „Jungen von damals", die 1984 von Christof Roos als AG der Schule begannen, sind erwachsen geworden, leben mittlerweile in verschiedenen Teilen Deutschlands, treffen sich aber immer noch zu regelmäßigen Singstunden, die heute unter der musikalischen Leitung von Christian Roos stehen. Den Namen, nämlich „NKG-Männerchor", der an die Wurzeln und den Beginn des gemeinsamen Singens erinnert, behielten sie bei und trugen ihn stolz zu Konzerten über die Stadtgrenzen Mosbachs hinaus. 2003 erhielten sie für ihre Leistung den Titel „Meisterchor des Badischen Sängerbundes" (heute Badischer Chorverband). Zurück zu den Wurzeln ging es jetzt. Erstmals gaben die älter gewordenen Sänger mit den jungen Stimmen des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums ein gemeinsames Konzert. Auch sie schöpften aus einem umfangreichen Repertoire. Spannten den Bogen vom Lateinischen „Miserere mei, deus" über Spirituals bis zu Pop-Songs. Älter geworden heißt nicht: ernst geworden. Der Ideenreichtum der kreativen „Lümmel von der letzten Bank" sorgte für meist gelungene Überraschungen, wie zum Beispiel mit dem Violinenspiel von Teresa Freund. Leider übertönte aber der Einsatz einer geschlagenen „Kuhglocke" ihre Stimmen und sorgte kurz für irritierte Blicke im Publikum.

„Daemon!" hallte es im gregorianischen „Popsong" von den alt ehrwürdigen Mauern der Stiftskirche zurück und ließ ebenso „Gänsehaut" aufkommen wie der Gospel „Swing low, sweet chariot". Ganz entspannend dann „Lady Madonna" von den Beatles.

Eine besondere Herausforderung und zugleich den krönenden Abschluss bot das gemeinsam von allen gesungene „Gloria" (D-Dur, RV 589) von Antonio Vivaldi mit den Solisten Juliana Siebig (Sopran), Anika Dinkelacker (Mezzosopran) und Rachel Rickert (Alt), begleitet vom Orchester, das Eugen Leutz und Martin Rothe (Violine 1), Daniela Thomas (Violine2), Teresa Freund und Sabine Hanke (Viola), Christoph Hass (Violoncello), Dorothee Daab (Oboe) und Jürgen Schempp (Trompete) verstärkten. Die musikalische Leitung hatten Cornelia Rau und Sigrun Friedrich inne. Lang hielt der Applaus an für das gelungene Experiment und die großartige Leistung.