„Kneipentour“ von Chor Royal, NKG-Männerchor und Troubadix ein voller Erfolg – Mutige Arrangements und Slapstickeinlagen

Mosbach. (brw) Dass Live-Musik in Gasthäusern Stimmung bringt und Leute anzieht, bewies am Samstag auch die „Kneipentour“ der Chöre „Chor Royal“, „NKG-Männerchor“ und „Troubadix“. Insgesamt über 50 Frauen und Männer bewiesen, dass Singen Spaß machen kann – und zwar in jeder Altersklasse. Gerne überzeugte sich das zahlreich erschienene Publikum davon.
Im „Brauhaus“, im „Ludwig“, im „Kandelschuß“ und zum Schluss in der „Krone“ in Diedesheim war die Nähe des Zapfhahns natürlich eine Tatsache und der Stimmung sicherlich förderlich. Und während des Essens von Chorgesang gratis unterhalten zu werden, das gibt es auch nicht alle Tage – zum letzten Mal in diesem Rahmen vor sechs Jahren.
Das Programm der drei Chöre dauerte in den ersten drei Kneipen jeweils ungefähr eine halbe Stunde. Danach ging es zum gemeinsamen Abschluss in die „Krone“ nach Diedesheim. Auf diesem Weg ging zwar der eine oder andere Tenor verloren – aus terminlichen Gründen.
Drei Chöre, drei Konzepte und die unterschiedlichen Repertoires ließen keine Langeweile aufkommen. Der NKG-Männerchor unter Leitung von Christian Roos legte seinen Schwerpunkt eher auf das klassische deutsche Liedgut. „Die Gedanken sind frei“ passte ebenso zur Örtlichkeit – bekanntlich sind sie das ja besonders in der Kneipe – wie der Klassiker von den Comedian Harmonists „Lass mich dein Badewasser schlürfen“. Dagegen brachten Troubadix unter Leitung von Friedemann Buhl den „Geiersong“ aus dem Dschungelbuch, garniert mit kleineren Slapstickeinlagen, „Country Road“ und „Return to Sender“ von Elvis Presley dem Publikum zu Gehör. Der Chor, der neu dabei war, der „Chor Royal“ unter Leitung von Jochen Thurn, hatte sich „Breakfast at Tiffany‘s“, „Ich will wieder an die Nordsee“ sowie Titel der neueren Rock- und Popgeschichte ausgesucht und setzte mit mutigen Chorarrangements Akzente.
Nicht nur die Zuhörerinnen und Zuhörer, sondern auch Sängerinnen und Sänger hatten gewiss ihren Spaß bei diesem kleinen Sängerwettstreit. Das Publikum dankte jedenfalls mit lang anhaltendem Beifall und der ständigen Forderung nach Zugaben,was nicht ganz einfach angesichts eines vorgegebenen Zeitplans war. Zwar bezeichnete Steffen Ellwanger, Vorsitzender des Chorverbands Mosbach, die drei Chöre als „junge Chöre“, doch meinte er damit wohl eher deren Repertoire als das Alter der Sänger. Denn Friedemann Buhl meinte, dass man die Troubadixen „irgendwann im fernen Gallien von den Bäumen gepflückt hätte“. Der Männerchor existiert bereits seit 26 Jahren und ist ebenso wie die beiden anderen Chöre Mitglied im Chorverband Mosbach. Der gemischte „Chor Royal" ist ein relativ junges Küken im Chorverband. Troubadix und NKG-Männerchor begrüßten sich denn auch wie alte Hasen. Man kennt sich. Dagegen war man auf den Neuzugang im Chorverband doch gespannt. Chor Royal existiert erst seit Mai 2009. Das zeigt, wie lebendig die Mosbacher Chorlandschaft ist.
Vielleicht bekommt der ein oder andere ja auch wieder Lust auf Singen. Zu wünschen wäre es jedenfalls den engagierten Protagonisten, die am Ende eine Wiederholung in Aussicht stellten.